Tag 51

Ich sehe ab nächster Woche gewisse Probleme auf uns zukommen. Bei den Kindern hat sich inzwischen nämlich ein sehr, sehr, sehr gemütlicher Start in den Tag etabliert. So auch heute. Lorenzo war wie gewohnt der erste, der auf der Matte stand – das aber nicht ohne konkrete Spielidee im Kopf. Heute Morgen ist er gleich nach dem Aufstehen noch im Piji als Ritter mit Holz-Schwert und Schneidebrett-Schild durchs Wohnzimmer in die Schlacht gezogen, keine Zeit zum Anziehen oder Frühstücken. Sofia und Alessandro hörten nichts von alledem und liessen sich erst nach 9 Uhr blicken. Sofia hat sich immerhin rasch angezogen und sich sofort an ihr erstes Malwerk gemacht, während Alessandro es mit einem Globibuch bis an den Frühstückstisch geschafft hat – dann aber für über eine halbe Stunde nicht mehr weiter. Auf die Frage, ob er denn nicht wenigstens etwas Essen wolle, gab er erst nach dreimal nachfragen und ohne aufzublicken Antwort: „Nein, keine Zeit.“

Globi und Alessandro, nicht ansprechbar.

Warum ich nicht durchgegriffen, die Kinder geweckt und ihnen den Takt vorgegeben habe, mögt ihr euch jetzt vielleicht fragen. Struktur, Struktur. Ja, das brauchen sie. Aber gibt es denn etwas Schöneres, als wenn jeder nach dem Aufstehen erst mal noch ein wenig seinen Träumen nachhängen und dann seiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen darf? Ich glaube nicht. Zeit, um für Kindergarten und Schule zu arbeiten, bleibt über den Tag verteilt noch genug. Eine Balance zwischen Vorgaben und Freiraum ist gefragt und wird in der Villa Hebdifescht jeden Tag neu gesucht. Manchmal mit, manchmal ganz ohne Erfolg. Heute scheinen wir eine gute Balance zu haben. Aber man soll den Corontäne-Tag ja nicht vor der allerletzten Minute des Abends loben. Eines ist aber schon jetzt klar: Diese gemütlichen Tagesanfänge werden ab der Wiedereröffnung der Schulen schlagartig vorbei sein und das wird Gross und Klein einige Mühe bereiten. Nur gut, sind bald Sommerferien…

Offenbar war das Thema Sommerferien in den letzten Tagen bei uns oft präsent. Lorenzo hat dieser Tage folgendes Bild gemalt:

Ein schwitzender Lorenzo vor der mit Absperrband verbarrikadierten Badi.

Obwohl ihm auf dem Bild sehr heiss ist und er stark schwitzt, hat sich Lorenzo immerhin mit einem Lachen porträtiert. Irgendwie scheint die Vorstellung, dass wir diesen Sommer vielleicht nicht in die Badi gehen können, (noch) nicht so schlimm zu sein. Gut.

Falls übrigens jemand das alte, ab 18 Uhr zuverlässig klingelnde Handy sucht: Es ist hier drunter.

Inspiriert von der Prinzessin auf der Erbse

Sollte es so wider Erwarten noch zu hören sein, wird es eben wieder aus dem Fenster geworfen.

Heute liefert der Niederschlagswissenschaftler Prof. L. Tempo-Pflotschi-Giesskanne wieder seine Messdaten ab. Niederschlagsmenge in den letzten 24 Stunden im Zürcher Unterland: 7,5 mm.

4 Gedanken zu „Tag 51“

  1. Dem Künstler Don Lorenzo della Cortesi ein grosses Kompliment – er hat auch meine Stimmumg voll erfasst. …ich sehe mich neben Lorenzo am Absperrband stehend, genau so laut ”Oh, neeeeeein!” schreiend;
    wer mich kennt, versteht;-) Jänu, mal abwarten & voller Hoffnung bleiben, dass wir ”Oh, jaaaa!” in unseren Sprechblasen schreiben dürfen. Und den Sprung ins kalte Wasser wagen.

  2. Stephanie Scherrer

    Sapperlot sind ihr lustig! Da ich zuerst euren Post von heute und erst danach von gestern gelesen hab, nahm ich an, dass ihr eine Social Detox Kur macht. Dann hab auch ich herzhaft lachen müssen. Ich bin gespannt, wie lange eurer Akku hält und ob er den von Ramona schlägt. Es bleibt spannend im Hause Hebdifest 😘😊

  3. Das Handy klingelt übrigens in 10 min Abständen und macht das sicher bis 24:00. Länger wurde die Verhaltensbeobachtung nicht durchgeführt.
    Dies nur als Info falls jemand seine Prognose wie lange der Akku hält mit diesen Infos neu berechnen möchte.
    Wetten werden noch angenommen..

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