Tag 53

Ach du grüne Neune, das waren ja Zustände gestern. L.H. aus B. (Name der Redaktion bekannt) und David Hasselhoff haben den Villa-Hebdifescht-Mikrokosmos ganz schön aufgemischt. Nun fragt ihr euch bestimmt, wo ich gestern war. Ganz sicher könnt ihr euch auf nichts Anderes mehr konzentrieren, sicherlich konntet ihr heute weder homeofficen, noch Bananenbrot backen und schon gar keinen Balkongarten pflegen. Ihr wollt endlich wissen, was ich gestern gemacht habe. Ursprünglich wollte ich mir hier ein wenig Privatsphäre bewahren, aber da ich euch alle so toll finde und nicht möchte, dass euch das Unwissen zu sehr belastet und von den wirklich wichtigen Dingen im Leben abhält (Homeoffice, Bananenbrot, Balkongarten), verrate ich euch, was ich gemacht habe: Ich war…

mit sechs anderen Freundinnen erst im Restaurant, dann im Kino und zuletzt in einer sehr gut besuchten Bar.

Nachdem wir das geklärt haben, kommen wir wieder zu relevanteren Themen.
Wir haben inzwischen die – Achtung – Notstundenpläne für unsere schulpflichtigen Kinder erhalten. Notstundenpläne. Nun weiss ich nicht, für wen die Not ab Montag ein Ende hat und für wen sie erst so richtig real wird. Ich bin mir bewusst, wie gross die Herausforderung war, in so kurzer Zeit nach den stark einschränkenden Vorgaben des Kantons Stundenpläne für die nächsten vier Wochen zu erstellen. Ich möchte auch auf gar keinen Fall zu jenen gehören, die immer nur meckern. Heute schien die Sonne, ein Lächeln hilft und es gibt immer und an allem irgendwie vielleicht auch einige positive Aspekte. Wenn man nur lange genug danach sucht. Vielleicht helft ihr mir suchen? Unsere Situation ist ab nächster Woche nämlich wie folgt: Der Zweitklässer hat immer Nachmittags Schule und die Kindergärtler – was denkt ihr? – an drei Vormittagen. Es ist wirklich so, ich habe die Stundenpläne eingehend und wiederholt studiert!
Es ist so schön und belebend, wie die drei Energiebündel unser Haus in einen Klangkörper verwandeln, wie sie als Raubritter eine Sofa-Burg oder ein Tisch-Land erobern, wie sie langweiliges, weisses Papier zu kunstvollen Gemälden werden lassen. Das meine ich jetzt ernst, ganz ohne Sarkasmus! Es ist für die Erziehungsberechtigten aber eben auch schön, zu normalen Tageszeiten konzentriert und für zwei Stunden am Stück an einer Arbeit dran bleiben zu können. So wie es aussieht, bleibt uns dies in den kommenden vier Wochen noch vorenthalten. Was danach kommt, wissen vermutlich nicht mal die Götter. Niemand hat uns mit böser Absicht diese Stundenpläne aufgebrummt, das weiss ich. Bad luck eben. Ein wenig – vorsichtig ausgedrückt – konsterniert bin ich aber schon. Denn wir sind langsam wirklich ein wenig müde.

Nun, was hilft? Mehr Meer oder viel Wald. Meer haben wir weder weniger noch mehr, also Wald. Und es half.

4 Gedanken zu „Tag 53“

  1. Das Fräulein stand am Meere
    Und seufzte lang und bang.
    Es rühret sie so sehre
    Der Sonnenuntergang.
    Mein Fräulein! sein Sie munter,
    Das ist ein altes Stück;
    Hier vorne geht sie unter
    Und kehrt von hinten zurück.
    H.H.1832

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