Tag 54

Huch, da ist uns gestern doch tatsächlich das Leben dazwischen gekommen. Deshalb kommt Tag 54 erst jetzt, am Morgen danach. Könnte das ein Hinweis darauf sein, dass wir jetzt, gegen Ende der Corontäne, über die Form des Familientagebuches nachdenken sollten? Wir denken dann mal nach…

Dabei hätten wir gestern viel Zeit gehabt, um einen Eintrag zu verfassen. Es war aber eben einer jener Tage, an welchen einem langweilig ist, man sich aber gleichzeitig zu nichts aufraffen kann. Und so sind wir etwas unmotiviert durch den Tag getrudelt.
Am Morgen haben wir die Aufgaben aus Schule und Kindergarten erledigt. Ich hatte erwartet, dass das für Lorenzo oder zumindest für mich ein emotionaler Moment werden könnte, der letzte Morgen mit Fernunterricht. Aber so ganz stimmt das ja nicht. Die Schule startet nächste Woche nur mit angezogener Handbremse und vermutlich gibt es dann für Lorenzo immer noch einiges, was zuhause erledigt werden muss. Bei den Kindergärtlern wird das anders sein und so war jener Auftrag gestern ein Abschluss des Fernunterrichts: Sie hatten den Auftrag, einen Stein zu suchen, diesen zu bemalen und zu verzieren und ihn dann zum Kindergarten zu bringen. Dort haben alle Kinder, natürlich über den Tag verteilt, vor dem Eingang eine Steinschlange gelegt, damit sie nächste Woche auch ja den Weg in den Kindsgi wiederfinden. Das war schön und hat uns feierlich gestimmt. Ausserdem mussten wir uns so auch gleich etwas vom Haus wegbewegen, was an einem unmotivierten Tag vermutlich nicht schaden kann.

Mein Mangel an Motivation für gar nichts verwandelte sich im Laufe des Nachmittags in einen erhöhte Aufenthaltsdauer auf den Seiten der sozialen Medien. Sowas erfüllt mich auf Dauer nur selten mit Zufriedenheit, also bin ich, inspiriert von zu vielen DIY-Tutorial-Filmchen, in puren Aktionismus verfallen. Ich habe aber weder alte Ordner ausgemistet, noch das Wohnzimmer aufgeräumt und auch keine Wäsche gefaltet. Ich habe meine Nähmaschine hervorgeholt und etwas ziemlich Sinnloses fabriziert, da ich es wohl gar nie tragen werde:

Ich komm jetzt nicht mit „Nähen ist mein Yoga“. Es ist aber wahr, dass mir Handarbeit an solchen Gammeltagen hilft, mich ein wenig zu sammeln. Das Maskennähen passte gerade so gut zu dieser Zeit, liess sich mit meinem Nähfundus gleich umsetzen und war nach kurzer Zeit auch wieder abgeschlossen. Was ich jetzt mit diesen Masken mache, weiss ich noch nicht. Luc sagt, er werde garantiert nicht mit Herzchen vor der Nase zum Coiffeur gehen. Ich weiss gar nicht, was er gegen das Modell Härzli hat. Ihr etwa?

So. Und damit können wir den Tag 54 jetzt getrost Tag 54 sein lassen und uns über Tag 55 freuen. Bis später.

4 Gedanken zu „Tag 54“

  1. Phu- hast du sie gehört? All die Erleichterungsseufzer, die mit deinem morgendlichen Eintrag all den regelmässig Lesenden entfahren sind!😊
    Also ich find die Herzlimaske schön-da kann ich L so gar nicht verstehen😂
    Habt einen wunderbaren Tag♥️

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