Wochenrhythmus? Wo!!?

Freude herrscht! Wir haben ein neues Wort ins corontäre Wörterbuch aufnehmen dürfen. Es heisst: Clockdown. 

Ist das nicht ein schönes Wort? Daher kommt’s: Gemäss einer Tageszeitung haben in einem seit Montag wieder geöffneten Einkaufszentrum im Grossraum Zürich auffallend viele Kunden die Batterien ihrer Uhren auswechseln lassen. Offenbar haben viele der Zeitanzeigern während der Corontäne ihren Dienst quittiert. Das Verkaufspersonal spricht daher nicht mehr vom Lock-, sondern vom Clockdown. Herrlich! In diesem Zusammenhang stellt sich mir folgende Frage: Verbraucht eine Uhr mehr Energie, wenn man sie häufiger konsultiert? Haben wir in der Corontäne ja bestimmt gemacht. Und dann die noch absurdere Frage: Was machen denn eigentlich unsere Uhren, wenn wir, wie zu uncorontären Zeiten, oft nicht zuhause sind? Schlafen sie mehr, um ihre Batterien zu schonen?

Das kann nicht aufgehen. Denn wie könnten die Uhren dann, nach des Menschen Heimkehr, noch zuverlässig die mitteleuropäische Zeit anzeigen? Schnell die Zeiger nachstellen, wenn sie unsere Hausschlüssel im Schloss hören? Und würde das Nachstellen dann nicht auch wieder mehr Batterie verbrauchen? Die Ursachen des Clockdowns bleiben ungeklärt. Lassen wir mal Mani Matter etwas dazu sagen. Auch wenn er längst das Zeitliche gesegnet hat, ist und bleibt er einfach zeitlos:

Dank smarten Telefonen etc. haben wir aktuell wohl alle die mitteleuropäische Zeit auf unseren Zeitmessern. So war gestern bestimmt auch bei euch Freitag. Oder? Das ist jetzt kein Witz: Ich war gestern bis kurz nach Mittag felsenfest davon überzeugt, es wäre Mittwoch. Ich hatte familienintern auch ein, zwei Tagesaufgaben angekündigt, die so nur Mittwochs erledigt werden können. So zum Beispiel der Besuch der hiesigen Ludothek. Luc sagte abends, er habe sich zwar etwas gewundert, dann aber gedacht, die Ludothek habe wohl ihre Öffnungszeiten angepasst. Zum Glück hat ein kleiner, aber elementarer Teil meiner inneren Planungszentrale noch funktioniert, so dass alle Kinder rechtzeitig und angemessen gekleidet ihre schulischen Verpflichtungen wahrgenommen haben. Glück gehabt. Partieller, mentaler Lockdown bei der Erziehungsberechtigten, fast komplett abwesender Wochenrhythmus in der Villa Hebdifescht – sowas muss es gewesen sein. Gegen Abend war dann auch mir wieder klar: Freitag, nicht Mittwoch. Freitag!
Das bedeutet für die Villa Hebdifescht schliesslich vor allem eines: Pizzafestival. 

Herzlipizza von Pizzaiolo L.H. aus B. (Name der Redaktion bekannt)

Wir erinnern uns an die erste Corontäne-Woche, da mussten wir uns redlich bemühen, aber dank Pizza, der richtigen Verkleidung und dem Lied Macarena kam dann doch ordentlich Freitagsstimmung auf. Gestern, in der ersten Postcorontäne-Woche dagegen, ist etwas Erschütterndes passiert: Wir sind wie üblich mit Musik und dem Tanz der Kleinsten ins Pizzafestival gestartet. Soweit, so normal. Nach sehr kurzer Zeit haben wir dann allerdings einstimmig entschieden, die Musik etwas leiser zu drehen. Um sie kurz darauf ganz auszuschalten. Alessandro hatte sich sowieso schon darüber beschwert, dass meine gestrige Musikauswahl für Tänzer wie ihn viel zu wenig Bummtschakk und Tschingarassabumm drin habe. Was war los? Hätte die Partystimmung nicht grösser denn je sein sollen? Ich habe darauf keine abschliessende Antwort. Wir waren jedenfalls ziemlich erledigt und für einen Freitag bereits sehr, sehr früh im Tiefschlaf. Alle. Gut, ist jetzt Wochenende. Zeit, uns ein wenig hängen zu lassen.

Lass la Bambele


1 Gedanke zu „Wochenrhythmus? Wo!!?“

  1. Zwischendurch fühle ich mich innerlich verpflichtet, ja fast gezwungen, hier einen Kommentar zu hinterlassen. Bin schliesslich eine offizielle Leserin eures Blogs und nicht eine „über den Zaun Spannerin“.
    Habe heute die letzten 2 Beiträge gelesen. Dies hat mir schmerzhaft verdeutlicht, dass ich seit dem Ende des Lockdowns zu viele nebenberufliche Interessen habe und nun wieder zu wenig Zeit, um diese alle in einen Tag zu verpacken…schrecklich!
    Der Beitrag zum Clockdown war interessant. Bei mir wars also so, dass meine Armbanduhr schon länger ein Batterietief hatte. Da ich jedoch vor lauter Arbeit (und anderem) nicht dazu kam, dem ein Ende zu setzen, befürchtete ich im Lockdown den Zeitstillstand. Dies ist trotz regem Gebrauch nicht eingetroffen. Erstaunlicherweise scheint sich meine Uhr erholt zu haben, denn sie läuft wieder ohne jeglichen Eingriff…

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