Raus, raus, raus!

  • von

Wir haben’s getan, wir sind raus aufs Land gefahr’n. (Anmerkung der Redaktion bzw. von Luc: Hier hat Lea aus einem meiner Lieblingslieder zitiert. Hört es euch an.)

Jedenfalls war es für uns höchste Eisenbahn für eine Luftveränderung. Also haben wir uns ein Auto gesucht, die Taschen gepackt, der Schildkröte einen Salatkopf verabreicht und uns auf den Weg gegen Osten gemacht. Die Kinder waren schon vor zwei Tagen so aufgeregt, als führte unsere Reise in den fernen Osten und nicht „nur“ in die Ostschweiz. Sie waren lange nicht mehr so voller Vorfreude, sie so zu sehen war eine Wohltat für die ganze Villa-Besatzung.

Unterwegs zum Ferienhaus wollten wir noch eine kleine Wanderung unternehmen. Mit der Gondel auf den Berg rauf und dort eine Runde drehen. Nur durch Zufall hat Luc noch kurz vor der Abreise auf einem News-Portal und in einem ganz anderen Zusammenhang gelesen, dass die Bergbahnen ihren Betrieb noch immer nicht aufnehmen durften. Corona, stimmt, da war doch was… Man stelle sich die lautstarke Enttäuschung der Kinder vor, wenn wir voller Wanderlust vor den verschlossenen Türen der Talstation gestanden hätten. Da haben wir nur ganz knapp eine nervenaufreibende Krisenklippe umschifft.

So machten wir unterwegs eine bergbahnunabhängige Unternehmung und trafen Mitte Nachmittag im Ferienhaus ein. Wie immer, wenn wir hier ankommen, wurden wir auch heute von einer grossen Entspannung überrollt. „Überrollt“ schreibe ich, weil man sich dagegen schlicht nicht wehren kann. Man legt sich einfach hin und steht nicht mehr auf. Das klingt jetzt nach k.o.-Schlag. Ist es aber nicht. Es ist Erholung. Glücklicherweise hat sich die Luftveränderung auch sehr ausgleichend auf die Kinder ausgewirkt, sodass der familieninterne Shutdown bei den Erziehungsberechtigten einigermassen drinlag. So sah das dann aus:

Das letzte Mal richtig weg waren wir in den Skiferien. Wenn man sich mal überlegt, wie sich unser aller Universum seit da gewandelt hat. Es ist kaum mehr ein Stein auf dem anderen, vieles, was im Februar noch wahr war, gilt jetzt nicht mehr. Aber gerade ist uns das egal. Jetzt sind wir hier. Jetzt verschliessen wir die Augen vor allem, was war und noch kommen mag. Jetzt wird Pause gemacht. Die Kinder beschäftigen sich in der Zwischenzeit mit Grashügelrunterrollen und Geschichtenerfinden.

Nun denn. Wir ergeben uns. Corontäne, du hast uns echt geschafft. Gute Nacht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.